Ratgeber: Mehr Sicherheit für lndustrial Control Systems (ICS) und SCADA-Netzwerke

25. Januar 2012
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Originalartikel von Paul Ferguson, Senior Threat Researcher

ICS (Industrial Control Systems)-Netzwerke haben seit dem letzten Jahr durch Sicherheitsprobleme und Angriffe darauf Schlagzeilen gemacht. Unter ICS-Netzwerken versteht man eine Sammlung von Netzwerken mit Elementen für die Bereitstellung und Kontrolle von Telemetriedaten zu elektromechanischen Komponenten wie Ventilen, Regler oder Switches. Sie werden vor allem in Industriezweigen wie der Öl- und Gasproduktion, in der Wasserwirtschaft, Umgebungskontrollsystemen, Elektrizitätswerken, in der Fertigung oder im Transportwesen verwendet.
All den ICS-Umgebungen ist gemeinsam, dass sie nicht „traditionelle“ IT-Netzwerke darstellen und auch nicht als solche behandelt werden sollten. Durch ihre Einzigartigkeit haben sie die gleichen Sicherheitsherausforderungen, die durch die Interaktion der ICS-Elemente mit physischen Industriekomponenten noch größer werden.
Ist der Zugang zu diesen Elementen nicht entsprechend abgesichert und eingeschränkt, kann es zu Unfällen mit katastrophalen Auswirkungen kommen. Deshalb werden viele dieser Industriesysteme auch als „kritische Infrastruktur“ eingestuft, die einer speziellen Sicherheitsarchitektur bedarf.
Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA)-Netzwerke stellen die Netzwerkschicht dar, als direkte Schnittstelle zu den ICS-Netzwerken und den Host-Systemen, die die ICS-Elemente überwachen und kontrollieren. Bislang lebten die SCADA/ICS-Netzwerke in einer eigenen Welt von proprietären Protokollen auf speziellen Plattformen und einer darauf zugeschnittenen Kommunikationsinfrastruktur. Sie waren von anderen Netzwerken, einschließlich Internet, vollkommen abgeschnitten. Doch nun wird immer häufiger Standard-Hard- und Software (beispielsweise Microsoft Windows) eingesetzt, und sie sind mit externen Netzwerken verbunden. Damit aber sind sie auch den aus der IT bekannten Gefahren ausgesetzt.
Das technische Whitepaper “Towards a More Secure Posture for Industrial Control Systems” beschreibt die Grundelemente einer für diese Systeme erforderlichen Sicherheitsarchitektur. Dabei unterscheiden die Autoren des Papiers zwischen ICS-Netzwerken und SCADA-Funktionalität. Das ICS-Netzwerk besteht vor allem aus programmierbaren, logischen Controllern und anderen DCS-Elementen. Das SCADA-Netzwerk wiederum bildet eine „Brücke“ zwischen den ICS- oder DCS-Sensoren und den Managementsystemen, die deren Betrieb überwachen und kontrollieren.
Zu den kritischen Sicherheitsmaßnahmen gehört in erster Linie die strenge sowie zeitnahe Handhabung der Software-Patches für Sicherheitslücken, denn die Zahl der Exploits für bestimmte ICS- und SCADA-Plattformen steigt stetig. Nicht nur das Betriebssystem, sondern jedes Softwarepaket, das auf einem Gerät installiert wird (einschließlich Netzwerkmanagement-Plattformen, Router, Switches, Firewalls, Intrusion Detection Systems usw.), muss beim Patch-Management berücksichtigt werden.
Von grundlegender Bedeutung für die ICS-Sicherheit ist auch die geeignete Segmentierung und Verteilung der Netzwerke, Betriebsfunktionen und Einzelelemente. Unter anderem empfiehlt sich ein DMZ-Managementnetzwerk als zusätzliche Segmentierungsschicht. In enger Verbindung damit stehen auch Maßnahmen wie Authentifizierung, Log-Management und -Analyse, Anwendungskontrolle, Netzwerkzugangskontrolle und andere.
Für die Zugriffskontrolle empfiehlt der Autor eine spezielle Firewall, die zwischen die SCADA- und DMZ-Managementnetzwerke gesetzt wird. Sie erlaubt den Verkehrsfluss nur in eine Richtung.
Anwendungs-White-Listing stellt einen weiteren wichtigen Kontrollmechanismus dar, sodass lediglich vorher autorisierte Programme laufen dürfen. Damit soll verhindert werden, dass durch böswilliges oder unaufmerksames Verhalten von Anwendern Malware oder infizierte Programme eingeschleust werden.
Schließlich sollte ein Intrusion Detection System sowie das Log-Management und die Analyse von Sicherheits- und Ereignisinformationen nicht fehlen. Weitere Einzelheiten sowie Best Practices zur Absicherung der kritischen Infrastruktur liefert das Whitepaper.

Die Macht hat sich verlagert

20. Januar 2012
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Originalartikel von Rik Ferguson, Director Security Research & Communications EMEA

US-Behörden haben gestern eine der größten Internetbörsen geschlossen wegen Übertretung von Copyright-Gesetzen. Die Anklageschrift (auf scribd einzusehen) wirft sieben Personen Online-Piraterie vor. Vier von ihnen sind bereits in Neuseeland verhaftet worden. Das 72 Seiten lange Dokument schätzt den für die Urheber entstandenen Schaden auf 500 Millionen Dollar, wobei die Angeklagten selbst schätzungsweise 175 Millionen Dollar durch Werbung verdient haben sollen. Die maximale Strafe für die sieben könnte 50 Jahre Haft betragen.
In neun Ländern wurden Durchsuchungsbefehle ausgeführt und 18 Domänennamen, einschließlich mega-upload.com, wurden mit den zugehörigen Servern eingezogen.

Polizei in Kyoto verhaftet Verdächtige bzgl. des One-Click Billing-Betrugs

19. Januar 2012
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Originalartikel von Uchida Daisuke, Marketing Specialist

Gestern hat die für Cyberkriminalität zuständige Abteilung der Polizei in Kyoto laut eigenen Angaben sechs Personen festgenommen, die der Erstellung und Verwendung von One-Click-Betrugsprogammen verdächtigt werden. Den ersten Berichten zufolge sollen sie damit etwa 12 Millionen japanische Yen (148.000 Dollar) erbeutet haben.

Mit dem One-Click Billing-Betrugsschema werden Opfer dazu verleitet, sich bei bestimmten Diensten zu registrieren und dafür zu zahlen, nachdem sie auf eine gewisse Website geleitet wurden.
Der polizeilichen Ankündigung nach setzten die Verdächtigen bösartige Programme ein, die sie unter Nutzern verbreiteten. Besuchten die Opfer bestimmte Websites, einschließlich solcher mit Pornoinhalten, und wollten über den „Play“-Button ein Video abspielen, so wurde stattdessen eine Datei ausgeführt. Es gibt 118 bestätigte Sites, die für One-Click Billing-Betrug genutzt werden. Weitere Einzelheiten hat die Polizei nicht genannt, doch Trend Micro arbeitet mit der Abteilung in Kyoto zusammen, um das bei diesem Angriff genutzte Programm zu analysieren.

Eine Suchanfrage bei Google ergab eine Trefferquote von einer Million Seiten, auf denen über diesen Schädling gesprochen wird. Ein Grund für die aktuelle Beliebtheit dieses Betrugsschemas liegt darin begründet, dass Dateien in One-Click-Ware einfach zu modifizieren sind, um so von Sicherheitsprogrammen nicht entdeckt zu werden. Herkömmliche Sicherheitssoftware, die sich auf Pattern-Technologie verlässt, hat es schwer, in diesem Spiel zu punkten. Cyberkriminelle müssen lediglich ein paar Zeilen im Code ändern und schon können diese AV-Lösungen die Programme nicht mehr erkennen.

Neue Techniken wie Reputationsdienste aus der Cloud beispielsweise in Trend Micros Smart Protection Network sind hier sehr hilfreich.