Android-Malware: gekommen um zu bleiben

Originalartikel von Rik Ferguson, Global VP Security Researc

Mobile Schädlinge lassen sich nicht mehr ignorieren

Jahre lang haben die Großen der Sicherheitsbranche jedes Jahr wieder das der mobilen Schädlinge ausgerufen – und die Propheten hatten nie Recht. Zwar gab es seit Cabir 2004 immer wieder neue Vorfälle und Entwicklungen bei mobiler Malware (ursprünglich für Symbian, J2ME und Windows CE), doch die Bedrohungen erreichten nie eine kritische Masse und blieben sporadisch. Jetzt aber ist die Voraussage tatsächlich eingetreten, und die Warnungen der Sicherheitsexperten nimmt niemand mehr ernst.

Bei Anwendern paart sich die Skepsis mit der Ansicht, dass die Hersteller eine Lösung für ein Problem verkaufen wollen, das es nicht gibt oder falls doch, dann nur in entfernten Lädern oder in kaum genutzten App Stores. Ein paar Zahlen zur mobilen Bedrohung sollen hoffentlich das Misstrauen in die Vorhersagen zerstreuen helfen.

Trend Micros Mobile App Reputation Services analysieren Android Apps aus der ganzen Welt und vergeben Reputationseinstufungen in drei Kategorien: Schädlichkeit, Ressourcenverbrauch und Datenvertraulichkeit. Die folgenden Zahlen stammen vom 8. März 2013 und steigen jede Minute:

Trend Micro hat bislang mehr als zwei Millionen Apps analysiert, eine beachtliche Menge angesichts der rund 700.000 in Google Play vorhandenen Apps:

  • 293.091 Apps wurden als bösartig eingestuft und weitere 150.203 als hoch riskant. Microsoft Windows brauchte 14 Jahre, um diese Menge bösartigen Codes anzuziehen!
  • Von den 293.091 bösartigen Apps, stammen 68.740 direkt aus Google Play. Es sind also nicht nur die chinesischen und russischen App Stores.
  • 22% der Apps leiten ohne zwingenden Grund Nutzerdaten weiter, sei es über das Netzwerk, SMS oder das Telefon. Dazu gehören IMEI (International Mobile Station Equipment Identity), ICCID (Integrated Circuit Card Identifier), Kontaktdaten und Telefonnummern. Auch gibt es Apps, die Daten über das Mikrofon und die Kamera weiterleiten.
  • Außerdem erhielt ein beachtlicher Teil der Apps die Bewertung “ungenügend” in Bezug auf den Akkuverbrauch (32%), die Netzwerkbelastung (24 %) und Hauptspeicherverbrauch (28 %).

Angesichts dieser alarmierenden Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass Blackberry den Trend Micro Mobile App Reputation Service integriert hat, um die Nutzer vor diesen schädlichen Apps zu bewahren.

 

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