Braucht iOS8 tatsächlich keine Antimalware App?

Originalartikel von Trend Micro

Apple will dem Eindruck entgegen wirken, das sechs Monate alte iOs8 (Motto: „das größte iOS-Release aller Zeiten“) habe ausnützbare Fehler. Deshalb hat der Anbieter Antimalware-Produkte aus dem iOS App-Store entfernt.

Kürzlich wurde eine bekannte E-Mail und Cloud Scanner-App für iOS aus dem App Store entfernt. Anwender nutzten sie, um sicherzustellen, dass an Nicht-iOS-Nutzer gesendete Dateien keine Schadsoftware enthalten. Apple erklärte dazu, dass die Beschreibung der App im App Store irreführend war und Kunden den Eindruck vermittelte, iOS8-Produkte seien angreifbar. Auch wurden Vermutungen laut, dass Apple möglicherweise plane, die gesamte Palette der Antivirus- und Antimalware-Apps aus dem eigenen Store zu verbannen.

Noch steht der konkrete Beweis für erfolgreiche Angriffe auf die iOS8-Plattform aus, doch bedeutet das nicht, dass Anwender davon ausgehen können, die Plattform sei künftig nicht angreifbar. Folgende Gründe sprechen dagegen:

  • Ein geschlossenes Ökosystem garantiert nicht unbedingt die App-Sicherheit

Im letzten Jahr wurden Millionen iOS-Geräte Opfer von Masque und Wirelurker, wobei sowohl jailbroken als auch nonjailbroken Geräte betroffen waren. Vor allem nutzten Masque und Wirelurker die Funktion des Enterprise Provisioning, um nonjailbroken Geräte anzugreifen.

Mit Provisioning können Unternehmen selbst entwickelte Apps auf iOS-Geräten installieren, ohne dass Apple diese prüfen muss. Sie können die Apps ihren Mitarbeitern über iTunes (via USB) oder über drahtlose Übertragung aus dem unternehmenseigenen App Store zur Verfügung stellen.


Bild 1. iOS-Bedrohungen zwischen 2009 to 2014

Ein Rückblick zeigt, dass es eine Reihe von iOS-Bedrohungen geschafft hat, in Apples „eingezäunte“ Umgebung einzudringen, trotz des geschlossenen Ökosystems.

  • Zwei von zehn iOS-Geräten laufen mit älteren Versionen

Fragmentierung bleibt als Problem in der iOS-Landschaft bestehen. 23 Prozent der iOS-Geräte laufen immer noch mit älteren Versionen als iOS8. Die Nutzer, die nicht auf iOS8 upgraden können oder wollen, werden sich nicht selbst schützen können, sollte Apple tatsächlich entscheiden, die Antimalware-Apps aus dem Store zu entfernen.

Bild 2. 23 Prozent der iOS-Geräte läuft unter älteren Versionen als 8

Über die Jahre hinweg hat Apple nicht nur die Benutzerschnittstelle und die allgemeine mobile Nutzererfahrung weiterentwickelt, sondern hat auch die Sicherheit der iOS-Geräte verbessert. Zu den Upgrades in iOS8 gehören auch die überarbeitete TouchID-Funktionalität und weitere Optionen, über die Apps den Standort des Nutzers verfolgen können. Natürlich zeigen Unternehmen wie Apple Wege auf, über die sie ihre Plattformnutzer schützen. Dennoch ist es empfehlenswert, wenn Endanwender auch selbst ihre eigenen Daten schützen.

Das bedeutet, dass neben der Sicherheit, die die Plattform selbst liefert, Verbraucher eine weitere Sicherheitsschicht einziehen sollten, die dem Schutz der Daten dient, die über mobile und Cloud-Kanäle gehen.

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