Den “sichersten” Browser gibt es nicht

Originalartikel von Rik Ferguson (Solutions Architect bei Trend Micro)

In letzter Zeit wurde ich mehrfach um meine Meinung zur Frage gebeten, welches der sicherste Browser sei. Vermutlich ist dies eine Reaktion auf Microsofts Update der Umfrage „Browser Choice“, über die auch der Nachrichtendienst The Register berichtet hatte. Meiner Meinung nach führt diese Fragestellung, bei der Anwender unter 12 Browsern wählen sollen, in die Irre. Denn ein Browser wird einem Nutzer nie Sicherheit geben, unabhängig davon, von welchem Hersteller er stammt. Anwender müssen eigene Schritte unternehmen, um ihre Sicherheit gewährleisten zu können.

Quelle: J. Anderson

Dieses Update zwingt Millionen Nutzer dazu, eine Wahl zu treffen, die sie überfordert. Es stehen nämlich neben Internet Explorer (sic!), Mozilla Firefox, Safari, Opera und Google Chrome noch weitere sieben Browser über das Microsoft Pop-up zur Auswahl.

Zu Recht richten heutzutage viele Anwender ihre Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Sicherheit, wenn sie online browsen. Doch ist die Frage nach dem sichersten Browser falsch. Jedes Produkt hat seine Schwachstellen, Fehler und Patches. Aber die Angriffe richten sich mehr und mehr nicht nur auf die Browser sondern auch auf die Anwendungs-Plugins wie QuickTime, Flash oder Acrobat – und die lassen sich in unterschiedlichen Varianten der Browser einsetzen. Außerdem gibt es viele Attacken auf Einzelne, unabhängig vom eingesetzten Browser (etwa Phishing oder andere Social Engineering-Angriffe).

Deshalb ist die wichtigere Frage: „Wie kann ich meinen Browser am besten sichern?“ Trend Micro bietet kostenlose Werkzeuge wie Browser Guard und das Web Protection Add On für den Internet Explorer. Browser Guard entdeckt und blockiert weit verbreitete Exploit-Techniken (wie Heap Spray und Buffer Overflow oder sucht nach Shell-code). Damit bietet das Tool einen proaktiven Schutz vor unbekannten Gefahren. Das Web Protection Add-On blockiert bekannte bösartige Sites. Zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer Tools und Plugins für viele andere Browser, etwa AdBlock Plus oder NoScript für Firefox.

Die verschiedenen Sicherheitswerkzeuge oder Techniken erfordern auch unterschiedliche technische Kenntnisse über die Browser oder auch über die Gefahren im allgemeinen, um eine effiziente Sicherheit im Internet für sich zu erreichen. Als hilfreich erweisen sich auch unabhängige Tests. Die beste Empfehlung in den meisten Fällen ist, bei dem Browser zu bleiben, den der Nutzer am besten kennt, und diesen entsprechend zu sichern.

3 Gedanken zu „Den “sichersten” Browser gibt es nicht

  1. Ron

    Ein guter Bericht.Wobei man auch noch anmerken kann,dass Angriffe natuerlich oefter auf haufig benutzten Browsern stattfinden,als bei Exoten.

  2. Micha_Schlede

    Endlich mal eine wohltuende Abwechslung: Kein Browser-Bashing der Marke “Mein Browser ist der beste”, sondern eine realistische Einschätzung. Klasse!

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