Facebook-Nutzer erhalten einen Panik-Knopf

Originalartikel von Rik Ferguson (Senior Security Advisor bei Trend Micro)

(Quelle: cogdogblog’s Flickr Photostream unter Creative Commons)

Facebook will seinen Nutzern die ClickCEOP-App zur Verfügung stellen. Diese App,  auch als „Panic Button“ bekannt, bietet besorgten Nutzern eine Anlaufstelle, wo sie sich Hilfe und Rat zu vielen Aspekten ihrer Online-Sicherheit holen können. CEOP (Child Exploitation and Online Protection Centre) empfiehlt den Facebook-Anwendern im Alter zwischen 13 und 18, einen ClickCEOP-Tab ihren Profilen hinzu zu fügen. Der Tab enthält einen Link zur CEOP Abuse Reporting Site. Hier finden sie direkte Links auf Reports oder erhalten Ratschläge zu Angriffen, Hacking, Viren, mobilen Problemen, schädlichen Inhalten oder unerwünschten sexuellen Inhalten.

Die ClickCEOP-App wird nicht automatisch in das Profil jedes Teenagers gesetzt, doch hat Facebook in einem Interview mit der BBC erklärt, die App mit einer Site-weiten Awareness-Kampagne zu unterstützen. Auch ist die App darauf ausgerichtet, sich über Mundpropaganda zu verbreiten. Wir begrüßen Facebooks Sorge um die Sicherheit seiner Nutzer, und Aufklärung ist ein mächtiges Werkzeug gegen Online-Bedrohungen. Hoffentlich sehen die Nutzer bei ihren Freunden diese App und installieren sie selbst ebenfalls.

Einer der Gründe, warum die Kriminellen so erfolgreich in sozialen Netzen räubern können, ist ihre darauf verwendete Mühe, ihren Opfern die Angst und das Misstrauen zu nehmen. Sie verwenden gestohlene Fotos, geraubte Identitäten und Lügen, um sich als etwas auszugeben, was sie nicht sind. Für einige Beobachter ist dies auch der Grund, warum der Panic Button nicht so effektiv funktioniert wie erhofft – doch ist er immer noch besser als nichts.

Einige sind der Ansicht, dass schon das Vorhandensein eines solchen Buttons zur Awareness beiträgt und das Misstrauen stärkt. Auch besteht die Hoffnung, dass wiederholte Angriffe schneller aufgedeckt werden, wenn zumindest ein potenzielles Opfer Alarm schlägt.

Unglücklicherweise könnte ein Ergebnis dieser Funktionalität auch sein, dass die Rüpel und Peiniger noch hinterhältigere Taktiken anwenden, beispielsweise „Einweg“-Alter Egos, die das Auffinden und Stoppen noch mehr erschweren.

Schließlich sollte für die Jüngeren und Verwundbareren nicht noch mehr Verwirrung darüber gestiftet werden, wohin sie gehen können und was zu tun ist, wenn sie sich angegriffen fühlen. Wenn es um Online-Kriminalität geht, so gibt es nämlich keine zentrale Anlaufstelle. Für Facebook-Nutzer ist jetzt dieser kleine Teil des Problems zumindest gelöst.

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