Hacking Tours – Hauptsache günstig

von Richard Werner, Business Consultant

Reisen zu schönen Urlaubsorten, am liebsten in der Luxusklasse – wenn da nur nicht die Preise wären! Gerade auch wieder zur Weihnachtszeit packt viele Menschen das Reisefieber, und mancher ärgert sich vielleicht darüber, dass gerade in dieser Zeit alles etwas teurer ist als sonst. Im normalen Wettbewerb wird der Preis nun mal durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Vernünftige Leistung hat in der Regel auch berechtigterweise ihren Preis.

Das sehen leider nicht alle so. Wie auch in anderen Märkten hat sich deshalb im digitalen Untergrund ein Schattenbereich etabliert, der Reisen „billiger“ macht, zumindest für skrupellose oder ahnungslose Kunden. Forscher des Trend Micro Forward Looking Threat Research (FTR) Teams haben sich in diesen Untergrundmärkten umgesehen, um herauszufinden, welche Angebote dort erstellt werden und worauf sie basieren.

Günstig an Flüge und Hotelübernachtungen zu kommen stellt dort kein großes Problem dar. Speziell dann nicht, wenn man gewillt ist, Gesetze eher „individuell“ auszulegen. Allein für Fluglinien entstehen so jährlich Schäden in Milliardenhöhe durch so genanntes Ticketing-Fraud. Dabei werden Flugtickets auf regulärem Weg aber mit gestohlenen bzw. kompromittierten Kreditkarten gekauft. Wird dieser Betrug rechtzeitig bemerkt, werden die Tickets in der Regel storniert, derjenige, der sie gekauft jedoch nur selten belangt. Weltweit wurden letztes Jahr 193 Personen mit solchen Tickets festgenommen, allerdings zumeist nur deshalb, weil sie auch andere Delikte wie Rauschgiftschmuggel begangen hatten und deshalb aufgeflogen waren.

Wer ins Darkweb geht und dort billige Reisen oder Hilfsmittel dafür kauft, hat meistens eine konkrete Absicht und weiß worauf er sich einlässt – so könnte man meinen. Allerdings gibt es die meisten dieser Angebote nicht nur hinter verschlüsselten Portalen, sondern auch offen zugänglich im Netz. Für Verbraucher lohnt sich deshalb durchaus der zweite Blick, wenn ein Angebot „zu gut um wahr zu sein“ scheint. Denn obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Strafverfolgung gering sein mag, gibt es gerade im digitalem Untergrund kaum Angebote mit „Geld-zurück-Garantie“ oder Schadensersatzansprüchen. Ach ja – und mit eigenen Kreditkartendaten oder anderweitigen Zahlungsoptionen sollte man sich dort ohnehin nicht bewegen. Sonst sind Sie es, der die nächste Reise vorfinanziert – für den nächsten „Individualbetrüger“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.