Infizierte Facebook-Konten generieren Betrugsversuche

Original Artikel von Rik Ferguson

Derzeit werden infizierte Facebook-Konten mittels neuer Methoden missbraucht, um sicherzugehen, dass Spam die gewünschte Zielgruppe erreicht.
Als ich letztens an meinem Computer saß und arbeitete, wurde plötzlich eine Benachrichtigung auf meinem Bildschirm angezeigt, die mich ziemlich verwirrt hat.

Und zwar aus mehreren Gründen: Erstens war ich mir sicher, dass ich nie eine Einladung zu einer Verkaufsveranstaltung von Designer-Imitaten angenommen hatte, und zweitens konnte ich auch in meinem Kalender und meinem Posteingang keinen Hinweis auf die entsprechende Veranstaltung finden.
Während ich noch meinen Kalender durchsuchte und Feeds aktivierte und deaktivierte, um die Quelle ausfindig zu machen, wurde eine zweite Benachrichtigung angezeigt – dieses Mal in Facebook. Sie verwies auf dieselbe Veranstaltung – und da wurde einiges alles klar.

Offensichtlich war das Konto eines alten Schulfreunds infiziert und missbraucht worden, um eine gefälschte Veranstaltung zu erstellen – eine neue Form von Spam in sozialen Medien. Selbstverständlich habe ich meinen Freund informiert und ihm von dem Vorfall berichtet. Ganz abgesehen von der neuen Methode zur Verbreitung von Spam, bei der herkömmliche Anti-Spam- und Webfilter-Technologien einfach umgangen werden, beunruhigt mich auch der Gedanke daran, wie in Zukunft im Internet der Dinge unsere Daten behandelt werden.


So sieht die gefälschte Veranstaltung in Facebook aus; ich rate dringend davon ab, URLs aus diesem Bild aufzurufen.

Das Internet der Dinge basiert auf einem globalen Netzwerk an Geräten und Services. Sowohl Kunden als auch Unternehmen möchten all diese Datenquellen miteinander verbinden und wir sind bereits auf dem Weg dahin, die so erzeugten Daten zur Automatisierung von Entscheidungen zu nutzen. So ermöglichen es uns Apps wie IFTT („If This Then That“ – „Wenn dies, dann das“) beispielsweise, intelligente Regeln für bestimmte Ereignisse und Aufgaben zu entwerfen: „Wenn mich jemand bei Facebook auf einem Foto markiert, Kopie in meinem Onlinespeicher ablegen.“ oder „Wenn die Sonne untergeht, Lichter in meinem Haus einschalten.“ Dieser Trend wird sich in Zukunft immer weiter verstärken. Laut Marktforschungsunternehmen werden bis 2020 ca. 30 Milliarden (laut Gartner) bzw. 212 Milliarden (laut IDC) verbundene Geräte existieren – wir können uns also sicher sein, dass dieses in sich zusammenhängende System noch ins Unermessliche wachsen wird.

Die Angreifer werden auch weiterhin nach dem schwächsten Glied suchen. Die kleinste Schwachstelle in der Informationskette wird letztendlich massive Auswirkungen auf unvorhergesehene Bereiche haben, da Geräte, Prozesse, Menschen und Services einerseits immer vernetzter, gleichzeitig aber auch immer eigenständiger werden. Die Komplexität ist der Feind der Sicherheit. Im eng vernetzten Internet der Dinge wird es möglicherweise für den Durchschnittsnutzer in Zukunft unmöglich sein, die Quellen falscher Informationen und die genauen Schwachstellen zu ermitteln.

Wenn wir es nicht schaffen sollten, in Zukunft eine zuverlässige Prüfung der Richtigkeit, Herkunft und Gültigkeit unserer Daten in die Prozesse, Geräte und Methoden zur Entscheidungsfindung zu integrieren, werden wir nicht nur Tür und Tor für neue Angriffswege, sondern auch zu unseren Unternehmen, unserem Leben und unseren eigenen vier Wänden öffnen.

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