INTERPOL nimmt Mastermind hinter Business-Email-Compromise-Betrügereien fest

Originalbeitrag von Senior Threat Researchers bei Trend Micro

Dank der Zusammenarbeit zwischen Trend Micro-Forschern, INTERPOL und der nigerianischen Economic and Financial Crime Commission (EFCC) ist im Kampf gegen Business-Email-Compromise (BEC)-Betrügereien ein Schlag gelungen. So wurde ein vierzigjähriger nigerianischer Staatsbürger mit Namen „Mike“ verhaftet, der im Verdacht steht, der Mastermind hinter verschiedenen Online-Betrügereien wie BEC, 419 und Liebes-Scams zu sein.

„Mike“ und sein cyberkriminelles Netzwerk aus Nigeria, Malaysia und Südafrika sollen mehr als 60 Millionen US-Dollar von verschiedenen Unternehmen erbeutet haben. Eines der Opfer hat dabei sogar über 15 Millionen US-Dollar verloren.

Trend Micro-Untersuchungen zu cyberkriminellen Hintermännern von BEC

Die Trend Micro-Untersuchungen zu „Mike“ (anderer Aliase lauten Chinaka Onyeali oder Beasley Martyn) begann Ende 2014 im Zuge der Analysen zu Predator Pain und Limitless – einer Malware, die für ihren Gebrauch im Rahmen von BEC-Scams bekannt ist. Dank der Untersuchung der Command-and-Control (C&C)-Infrastruktur dieser Malware gelang es, „Mike“ zu identifizieren. Alle Informationen zu Mike wurden Ende 2014 gesammelt an INTERPOL übergeben. Diese führten zusammen mit Daten anderer Forscher zu seiner Verhaftung im Juni 2016.

BEC-Betrugsversuche haben sich als sehr effektiv erwiesen. Cyberkriminellen ist es so gelungen, große Geldbeträge von Unternehmen zu erbeuten. Von 2013 bis 2015 summierten sich die Verluste im Zusammenhang mit BEC auf geschätzte 2,3 Mrd. US-Dollar, eine Summe, die 2016 auf über 3 Mrd. US-Dollar angestiegen sein dürfte. Mitarbeiter mit Verantwortung für Unternehmenskonten (aus der Buchhaltung und Administration) ins Visier zu nehmen und dabei in die Rolle von C-Level-Managern zu schlüpfen stellt eine sehr erfolgreiche Taktik dar. Zahlreiche Unternehmen sind bereits auf diesen Trick hereingefallen. Trend Micro hat darüber bereits in seiner Analyse Billion-Dollar Scams: The Numbers Behind Business Email Compromise berichtet.

Seit 2014 arbeitet Trend Micro eng mit INTERPOL zusammen, und zwar über dessen Global Complex for Innovation (IGCI) mit Sitz in Singapur. Im Ergebnis führt diese Kooperation zur Verhaftung von Cyberkriminellen, selbst dann, wenn diese glauben, sie seien in Ländern ansässig, in denen sie rechtlich nicht belangt werden könnten. Trend Micro wird seine Zusammenarbeit mit INTERPOL fortsetzen, um auch andere Cyberkriminelle der Gerechtigkeit zu überführen.

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