Kein unternehmensinterner Konsens über Cloud-Sicherheit

Originalartikel von Simply Security, Trend Micro

Quelle: flickr

Ein neuer Report des Ponemon Institutes zeigt den Graben, der sich zwischen den IT-Sicherheits- und Compliance-Verantwortlichen auftut, wenn es um das Management von Clouds geht. Für ihre Studie hatten die Analysten in den USA 1000 Verantwortliche dieser beiden Gruppen zu den möglichen Herausforderungen bezüglich der Wolkensicherheit befragt, wobei weniger als die Hälfte der Ansicht ist, in ihren Unternehmen sei adäquate Sicherheitstechnologie für ihre Cloud-Infrastrukturen vorhanden.

Doch bei den Fragen, ob die Cloud genauso sicher ist wie das Onpremise-Datacenter, wer für die Cloud-Sicherheit die Verantwortung tragen sollte sowie welche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind, gehen die Meinungen der beiden Gruppen von Verantwortlichen deutlich auseinander. Lediglich ein Drittel der IT-Sicherheitsfachleute glaubt, Cloud-Infrastrukturumgebungen seien genauso sicher wie das traditionelle Datacenter. Die Hälfte der Compliance Officer dagegen glaubt an die Sicherheit der IaaS (Infrastructure as a Service)-Umgebungen.

Auch bezüglich der Sicherheitsverantwortlichkeiten gibt es unterschiedliche Ansichten: 21 Prozent der Compliance-Manager sehen sich selbst in der Rolle derer, die die Security-Anforderungen definieren. Demgegenüber stehen 22 Prozent der IT-Fachleute, die diese Aufgabe bei sich sehen.

Für die wichtigste Sicherheitsmaßnahme bezüglich der Cloud halten die IT-Verantwortlichen den Einsatz von Verschlüsselung, sodass die Daten für Service Provider nicht lesbar sind. Compliance-Fachleute wiederum sehen die Verwendung von Verschlüsselung eher bei der Trennung der unterschiedlichen Aufgaben, um etwa IT-Administratoren den Zugang zu Daten, die sie nicht für ihre Jobs benötigen, zu verwehren. Insgesamt ist es jedoch nur einem Drittel der Unternehmen wichtig, ihre Daten, die in der Cloud gespeichert sind und auf die dort zugegriffen wird, über Verschlüsselung zu schützen.

„Uns hat die unterschiedliche Haltung zur Cloud-Sicherheit bei den IT-Sicherheits- und Compliance-Verantwortlichen überrascht“, stellte Ponemon Institute Vorsitzender und Gründer Larry Ponemon fest. „Doch zeigt die Befragung, dass die Security-Belange beide Gruppen betrifft, auch wenn es Besorgnis erregend ist, dass die Verantwortlichkeiten für die Cloud-Sicherheit über das gesamte Unternehmen verteilt sind.“

Ganz gleich, welche Abteilung schließlich die Verantwortung für den Schutz der Cloud übernimmt, wichtig ist, dass Unternehmen schnell handeln und eine Sicherheitsstrategie entwickeln.

Ein Gedanke zu „Kein unternehmensinterner Konsens über Cloud-Sicherheit

  1. MW

    Kein Wunder, nicht nur an der Sicherheit hapert es, sondern auch an den rechtlichen Anforderungen, die hierzulande an die Cloud gestellt werden. Das Datenschutzrecht gibt hier Unmengen an Pflichten voraus, so auch die Abgabenordnung: http://www.recht-freundlich.de/cloud-computing-und-die-abgabenordnung-teil-1

    Was besonders für Verwirrung sorgt: wer jetzt seine Cloud auf das deutsche Datenschutzrecht konform entwickelt, muss sich eventuell in naher Zukunft aufgrund der kommenden EU-Datenschutzgrundverordnung wieder einen fähigen Rechtsbeistand suchen. Hier sieht man wieder, wie das Recht hinter dem internetalen Fortschritt herhinkt.

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