Machen Sie sich mit Facebook vertraut

Original Artikel von Rik Ferguson (Solutions Architect, Trend Micro)

In letzter Zeit wurde in verschiedenen Kontaktnetzwerken ziemlich viel darüber gesprochen, wie die persönlichen Daten eines Facebook-Benutzers für Werbezwecke genutzt werden können. In Wahrheit scheint es dabei um zwei verschiedene technische Aspekte zu gehen. Obwohl man zugeben muss (in Übereinstimmung mit einem früheren Blog-Eintrag), dass das wahre Problem wohl auf mangelndes Wissen hinausläuft.

Problem 1:

Die Werbeanzeigen auf Facebook nutzen schon seit Langem den Inhalt von Benutzerprofilen, meistens Bilder, um die Werbung in der Seitenleiste noch zielgerichteter zu gestalten. Wenn Sie auf die Nutzungsbedingungen am Ende jeder Seite klicken und zum Punkt 10.1 blättern (About Advertisements on Facebook (Über Werbung auf Facebook)), werden Sie in etwa Folgendes lesen:

Über die Einstellungen unter Privatsphäre kannst Du festlegen, in welchem Umfang Dein Name und Dein Profilbild für Werbung und gesponserte Inhalte verwendet werden dürfen. Du gibst uns die Erlaubnis, Deinen Namen und Dein Profilbild in Verbindung mit diesem Inhalt in dem von Dir festgelegten Umfang zu nutzen.

Leider stimmt jeder Benutzer dieser Klausel automatisch zu. Außerdem werden die Benutzern nie wirklich über diese Klausel informiert. Auch wenn man seine Zustimmung verweigern kann, wissen die meisten Benutzer weder, wie sie das tun können, noch, dass sie der Klausel automatisch zugestimmt haben.

Wenn Sie also Ihr (zweifelsohne schönes) Gesicht nicht für Werbezwecke auf Facebook zur Verfügung stellen wollen, melden Sie sich bei Ihrem Facebook-Konto an, bewegen Sie den Mauszeiger in der oberen rechten Ecke über „Einstellungen“, und wählen Sie „Privatsphäre-Einstellungen“ aus. Klicken Sie anschließend auf „Neuigkeiten und Pinnwand“ und dann auf die Registerkarte „Facebook-Werbeanzeigen“ (siehe Abbildung). Wählen Sie aus dem Listenfeld Niemand aus, um die Nutzung Ihrer Informationen zu verbieten. Diese Einstellung hat jedoch KEINE Auswirkungen auf Ihre Bilder. Im folgenden Abschnitt wird beschrieben, wie sie, entgegen vieler zurzeit im Internet kursierender Geschichten, tatsächlich verwendet werden.

aussteigen

Problem 2:

Das andere und vielleicht auch ernstere Problem betrifft Werbenetzwerke, die Werbeanzeigen in Facebook-Anwendungen platzieren, die sich auf der Plattform so extrem verbreitet haben. Mit diesen Werbeanzeigen von Dritten verdienen die Entwickler von Facebook-Anwendungen den größten Teil ihres Geldes. Sie werden von Werbenetzwerken betrieben, die keine Tochtergesellschaften von Facebook sind. Wenn Sie den Anwendungen erlauben, auf Ihre Daten zuzugreifen (was Sie auch tun müssen, um die Anwendungen zu nutzen), dann erlauben Sie es auch den Werbenetzwerken. Auf diese Weise könnten Sie das Gesicht von Produkten oder Services werden, für die Sie niemals werben würden.

Und die Moral von der Geschichte:

Seien Sie vor allem vorsichtig, wenn Sie Anwendungen hinzufügen. Wenn Sie eine Anwendung nicht mehr nutzen, entfernen Sie sie ruhig aus Ihrem Profil. Gehen Sie dazu zu Einstellungen > Anwendung-Einstellungen, und wählen Sie aus dem Listenfeld anstatt „Kürzlich verwendet“ die Option „Autorisiert“. Klicken Sie auf das X rechts neben jeder Zeile, um die Anwendung zu entfernen.

authapps

Zu guter Letzt sei gesagt, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass ihre Daten auch durch Freunde oder Bekannte veröffentlicht werden können. Mit den Worten von Facebook:

„Wenn einer deiner Freunde einer Anwendung den Zugriff auf dessen eigene Informationen erlaubt, kann diese Anwendung unter Umständen auch auf alle Informationen über dich zugreifen, die diese/r FreundIn bereits sehen kann.“

Um die Menge an Daten einzuschränken, die auf diese Weise sichtbar sind, gehen Sie zu Einstellungen > Privatsphäre > Anwendungen, und klicken Sie auf die Registerkarte Einstellungen. Stellen Sie sicher, dass die Registerkarte wie folgt aussieht:

appprivacy

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