Mobile Virtualisierung – löst das BYOD-Problem

Originalartikel von Raimund Genes, Chief Technical Officer

 

Für viele Nutzer wird die Art, wie sie Technik nutzen, durch mobile Geräte definiert. Ihr Hauptgerät ist kein Desktop-Computer und auch kein Laptop, sondern ein Tablet oder Smartphone. Statt Daten auf einer Festplatte oder auf einem USB-Stick zu speichern, werden Unternehmensdaten heutzutage in der Cloud gelagert. Nutzer greifen nach Bedarf darauf zu. Vergleicht man die Verkaufszahlen von PCs und Smartphones, so zeigt sich ein klarer Trend: Im dritten Quartal 2014 schätzten Gartner-Analysten die Zahl der verkauften PCs auf 79,4 Millionen im Vergleich zu 301 Millionen Smartphones.
Damit ändert sich auch die Beziehung der IT-Abteilung zu den Endanwendern. Früher gaben sie ihren Nutzern PCs, die sie zentral unter Kontrolle hatten. In vielen Unternehmen ist ein solches Vorgehen nicht mehr akzeptabel. Mobilgeräte werden als „persönlich“ angesehen, was bei PCs nie der Fall war.

Das Ergebnis dieses Wandels ist das Aufkommen von BYOD (Bring Your Own Device). Nutzer kaufen ihre eigenen Geräte und sind dafür verantwortlich, während das Unternehmen mindestens für die Kosten aufkommt. Theoretisch ist jeder glücklich – der Nutzer kann ein Gerät seiner Wahl verwenden, das Unternehmen hat weniger Kosten und bessere Nutzung neuer, effizienterer IT-Systeme.

Leider kann BYOD sich aus einer Traumlösung in einen Albtraum verwandeln. Unternehmensdaten werden mit persönlichen Daten vermischt und sind so einem höheren Verlustrisiko ausgesetzt. Die Geräte können kompromittiert und dazu missbraucht werden, den Rest des Unternehmens anzugreifen. BYOD kann also auch zum „Bring Your Own Disaster“ werden.

Es hat bereits viele Versuche gegeben, dieses Problem zu lösen, doch kein Ansatz funktioniert richtig gut. Es gibt Versuche, das Persönliche vom Geschäftlichen auf dem Gerät zu trennen, doch dieser Ansatz erweist sich als benutzerunfreundlich sowohl für den Anwender als auch für das Unternehmen.

Was könnte also eine gute Lösung für dieses schwierige Problem sein? Möglicherweise liefert die Welt der PCs einen Ansatz. In einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) greifen Nutzer auf virtuelle Maschinen, die auf einem Server laufen, zu. Etwas Ähnliches könnte auch für mobile Geräte funktionieren – eine Virtual Mobile Infrastructure oder kurz VMI.

Der Client auf dem Telefon tut nichts anderes, als auf ein virtuelles mobiles Betriebssystem zuzugreifen, das auf den Unternehmensservern läuft. Für eine hohe Akzeptanz muss es im Grunde genommen dasselbe Betriebssystem sein, das die Nutzer auf ihrem Gerät haben. Noch wichtiger aber ist, dass eine richtig implementierte VMI-Lösung die Daten auf dem Gerät des Nutzers keinem Risiko aussetzt. Es gibt viele Branchen, in denen ein solcher Ansatz wichtig ist, so etwa in der Medizin. Denn es bestünde keine Gefahr, dass vertrauliche Daten die Krankenhausserver lassen würden. In Branchen, in denen die Art des Datenzugriffs streng reguliert ist, bedeutete ein solcher Ansatz mehr Flexibilität für die Anwender.

Unternehmen, die BYOD-Policies implementieren wollen, sollten ernsthaft über VMI nachdenken. BYOD hat viele Vorteile für ein Unternehmen, birgt aber auch Risiken, und VMI unterstützt dabei, diese Risiken zu managen.

Weitere Informationen gibt das folgende Video:

 

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