Search zu Geld machen – eine neue Gefahr für mobile Plattformen

Originalartikel von Jamz Yaneza, Threat Research Manager

Im Android Market sind verschiedene Apps aufgetaucht, in die eine so genannte Plankton-Variante eingebettet ist, mit deren Hilfe Werbung auf das mobile Gerät geschoben wird. Auch eine Verknüpfung mit einer Suchmaschine wird hergestellt, und entsprechende Einträge in die Favoritenliste des Browsers vorgenommen.
Verschiedene Berichte sprechen über „den bislang größten Android Malware-Ausbruch überhaupt“, denn Millionen von Apps-Downloads enthalten ähnlichen verdächtigen Code. Plankton startet einen Dienst, der Shortcuts erzeugen, Lesezeichen setzen/holen, Geräteinformationen an seine Server schicken kann oder Benachrichtigungen sowie eine neue Homepage aufsetzt.
Trend Micro hat ein Puzzle namens Sexy Ladies-e.apk untersucht und darin ANDROIDOS_PLANKTON.P gefunden, eine Variante, die auch in mehreren anderen Apps auch enthalten ist. Nach der Analyse kommen die Experten zu dem Schluss, dass Plankton nicht unter Malware sondern als Adware, genauer als „mobile App Adware“, einzuordnen ist, denn der Code wird „nur“ für unerwünschte Werbung genutzt, die über den von Plankton aufgesetzten Such-Shortcut weitergeleitet wird. Es fließen auch keine persönlichen Daten an den externen Server, sondern die Apps-Entwickler wollen mit ihren kostenlosen Apps mehr Geld verdienen.

Keine Malware, aber trotzdem riskant

Die Forscher von Lookout Mobile Security kommen zu dem Schluss, dass es eine „aggressive Form eines Werbenetzwerks“ sei. Dieser Einschätzung schließt sich Threat Response Engineer Erika Mendoza von Trend Micro an und fügt hinzu: “Doch es bleibt dem Nutzer überlassen, ob er dieses lästige Verhalten als bösartig empfindet.“ Die Experten geben aber zu bedenken, dass es auch darum geht, „wie mobile Informationen gesammelt und gespeichert werden“. Und hier ergeben sich Datenschutzprobleme, welche die Nutzer nicht gleich erkennen, doch deren Auswirkungen sie unter Umständen viel später zu spüren bekommen.
Für jede installierte App ist es üblich, alle Rechte für die Installation und Interaktion in sozialen Netzen zu behalten, auch dann, wenn die App wieder entfernt wurde. Tatsächlich ist es schwierig, für Hunderte von heruntergeladenen Apps mit unterschiedlichem Fokus und diversen Sicherheitsmaßnahmen auf den Geräten, die vielen Variablen im Auge zu behalten.
Gerade vor dem Hintergrund der vielen Datendiebstähle und Datenschutzvorfälle im letzten Jahr sollten Nutzer verstärkt darauf achten, wer ihre Metadaten (Vorlieben für Produkte, Suchhistorie usw.) hat und was damit passiert.

2 Gedanken zu „Search zu Geld machen – eine neue Gefahr für mobile Plattformen

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