Was ist Ihnen die Sicherheit Ihrer Kinder wert?

Original Artikel von Rik Ferguson (Solutions Architect, Trend Micro)

http://countermeasures.trendmicro.eu/wp-content/uploads/2009/09/banner_commitment-to-internet-safety.jpg

Eltern haben es oft mit der heiklen Frage zu tun: Wie intensiv soll ich die Internet-Aktivitäten meiner Kinder überwachen? Wie kann ich sicher sein, dass ich sie vor Internet-Risiken schütze, ihnen aber gleichzeitig Unabhängigkeit und – was vielleicht noch wichtiger ist – Privatsphäre zugestehe, was für die Entwicklung von Kindern so wichtig ist? Würden Sie dafür das Abhören ihrer privaten Unterhaltungen in Kauf nehmen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die für uns als Eltern in Frage kommen, wenn es um Schutz unserer Kinder im Internet geht. Das Ausfiltern von URLs je nach Kategorie kann Kinder davon abhalten, versehentlich oder absichtlich auf unerwünschte Inhalte zuzugreifen. Funktionen zum Datenschutz können verhindern, dass sie vertrauliche oder unangemessene Daten im Internet preisgeben (ich denke da beispielsweise an Adressen, Telefonnummern oder sogar die Kreditkartennummern der Eltern).

Außerdem sind einige Eltern offensichtlich bereit, Software zu installieren, mit der alles möglich ist: vom Protokollieren des gesamten Inhalts aller Instant-Messaging-Unterhaltungen bis hin zur Fernüberwachung der Computer-Aktivitäten ihrer Kinder mit Hilfe von Echtzeit-Videos.

Die Software, von der ich spreche, heißt Sentry Parental Controls und wird von einem Unternehmen hergestellt, das bis vor kurzem den Namen SearchHelp Inc. trug. Damit können Eltern genau überwachen, wie ihre Kinder den Computer verwenden und mit wem und wie sie interagieren. Natürlich gibt es eine viel intensivere moralische Debatte darüber, ob die Online-Variante des „fremde Tagebücher-Lesens“ (insbsondere das des eigenen Kindes) oder das Abhören von Telefongespräche vertretbar sind – aber das ist heute nicht unser Thema.

Dass Sentry Parental Controls in den letzten Tagen Schlagzeilen machte, liegt daran, wie die von der Überwachungssoftware gesammelten Daten einen zweiten Service unter dem neuen Firmennamen ECHOMETRIX versorgen, nach dem Motto: „Wenn Kinder sich unterhalten, hören wir zu.“

In einem Artikel, der zum ersten Mal von ZDNet veröffentlicht wurde, berichtet Larry Magid, dass die von Sentry Parental Controls gesammelten Daten teilweise über einen neuen Service „Pulse“ an Abonnenten verkauft werden.

Pulse wurde Ende Juni dieses Jahres vom umfirmierten Unternehmen ECHOMETRIX eingeführt und verspricht „eine Echtzeit-Plattform für digitale Inhalte, die enthüllen, was den Teenager-Markt im Wert von 190 Milliarden Dollar antreibt.“ Sie scheuen sich auch nicht davor zu prahlen: „Durch die unübertroffene Fähigkeit, private IM-Chats zu belauschen, kann PULSE weitaus präziser die Denkweise von Teenagern voraussagen.“

Doch ist nicht genau das Kern der Sache, dass nämlich die Inhalte dieser Chats *privat* sind? Und folgt daraus nicht, dass private Daten nicht nicht für kommerzielle Zwecke ausgenutzt werden dürfen?

In diesem Artikel erklärt Herr Greene, CEO von ECHOMETRIX, dass die von Pulse gesammelten und analysierten Daten anonymisiert werden und daraus nicht auf eine echte Person geschlossen werden kann. Im selben Artikel sagt David Perry von Trend Micro: „Dies ist ein ernstzunehmender Vorfall, den wir als Spyware bezeichnen würden.“ – und ich gebe ihm vollkommen Recht. Außerdem gilt zu bedenken: Chat-Daten werden zwar anomysiert – aber werden sie auch gelöscht? Könnte der Chat an sich personenbezogene Informationen enthalten? Ein Ausdruck, der immer wieder auf der Site von ECHOMETRIX verwendet wird, ist „ungefilterte, von Benutzern erstellte Inhalte“. Das Unternehmen erklärt, dass sein Produkt „die freiwillige Rohfassung von Unterhaltungen in Echtzeit liefert.“

Daher frage ich Sie: Was ist Ihnen die Online-Sicherheit Ihrer Kinder wert? Wenn Sie als Eltern bereit sind, moralische Bedenken außer Acht zu lassen und die Gespräche Ihrer Kinder Wort für Wort zu überwachen, sind Sie dann auch bereit diese Gespräche wissentlich mit einem Fremden zu teilen? Ist Ihnen dann auch bewusst, dass andere sich daran bereichern können?

Der neue Name ECHOMETRIX verdeutlich besser, womit sich das Unternehmen beschäftigt: ‚Wir geben wieder, was Kinder sagen, und erfassen es‘,“ so der CEO Jeffrey Greene.

Mein Vorschlag lautet: Wenn Sie Ihre Familie im Internet schützen möchten, wenden Sie sich an einen renommierten Anbieter für Sicherheitssoftware. Wenn Sie aber eine „Anwendung zur Meinungs- und Gefühlsanalyse digitaler, sozialer Medieninhalte brauchen, die von Benutzern erstellt wurden“, dann ist ECHOMETRIX vielleicht die bessere Wahl …

Wenn Sie sich tatsächlich Sorgen um die Online-Sicherheit Ihrer Kinder machen, finden Sie im Trend Micro’s Internet Safety Centre eine Vielzahl hilfreicher Informationen und kostenfreier Tools.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*