XP-Anwender, was nun?

Originalartikel von David Sancho, Senior Threat Researcher

Die heutige Abkündigung von Windows XP wird viel kommentiert. Dabei ist es doch für jede Software oder jedes Betriebssystem normal, dass es im Zuge der Weiterentwicklung für den Hersteller zu aufwändig wird, ältere Versionen zu unterstützen. Doch Windows XP ist ein spezieller Fall, weil immer noch zwischen 18% und 28% (je nach Quelle) aller PCs weltweit mit dieser Windows-Version laufen.

Mit der Beendigung des Supports lässt Microsoft die Windows XP-Anwender künftig mit jedem Sicherheitsproblem allein, denn diese Millionen PCs erhalten keine Patches oder Fixes mehr. Natürlich können Anwender weiterhin Antivirus-Software einsetzen, doch neu entdeckte Sicherheitslücken im Betriebssystem bleiben für Angriffe offen.

Die vielen Anwender des Betriebssystems lassen sich in drei Gruppen einteilen, die aus jeweils unterschiedlichen Gründen noch Windows XP einsetzen und entsprechende Handlungsempfehlungen benötigen:

Gruppe 1 – Einfache Nutzer, die das Betriebssystem lediglich als Werkzeug betrachten

Viele Anwender von XP haben eine sehr praktische Sicht auf ihre Maschinen, nach dem Motto: „Warum sollte ich einen funktionierenden Schraubenzieher durch einen neuen ersetzen?“ Ihr XP-System tut, was es soll, und sie sind damit zufrieden. Das Problem mit dieser Ansicht besteht darin, dass Betriebssysteme mit der Zeit veraltern – anders als Schraubenzieher, die ein sehr simples Werkzeug darstellen, das keine Upgrades nötig hat.

Eine treffendere Analogie wäre eine verschreibungspflichtige Brille. Diese muss nach einer Weile ersetzt werden, sei es, dass sich die Sehkraft ändert, sei es, dass sie aus der Mode kommt. Was nun, wenn nur ein Optiker, diese Brille erneuern kann und der sein Geschäft aufgibt? Das geschieht gerade mit Windows XP.

Nutzer dieser Gruppe, die den PC lediglich dazu verwenden, um E-Mails zu checken oder soziale Medien zu nutzen, sollten die Anschaffung eines einfacheren Geräts in Erwägung ziehen, etwa eines Tablets.

Gruppe 2 – Nutzer, die einen tatsächlichen Bedarf für Windows XP haben

Diese bestimmte Anwendergruppe kann nur das veraltete Betriebssystem nutzen, etwa für Bankautomaten, Verkaufsstellensysteme, medizinische Geräte, bestimmte Maschinen, die nicht einfach aufgerüstet werden können, oder auch Hardware, die für ein neueres Betriebssystem zu alt ist.

In einigen Fällen hilft die Virtualisierung des Betriebssystems. Im Zusammenspiel mit einem Produkt, das Angriffe gegen eine virtualisierte Umgebung abwehrt, kann eine solche Konfiguration nützlich sein. Eine weitere, wenn auch nicht immer realistische Option ist die Isolierung vom Internet. Die Nutzer auf diesen Systemen müssen besonders vorsichtig mit allem sein, was von außen kommt oder nach draußen geht. Regelmäßige, sogar tägliche Sicherungen sind ebenfalls hilfreich.

Gruppe 3 – Unternehmensanwender

Manche Unternehmen haben es nicht geschafft, ihre großen Windows XP-Installationen zu upgraden. Es ist immer aufwändig, Hardware upzugraden, Nutzer zu schulen benötigt Zeit und Geld – so die Ausreden. Doch sollten diese Anwenderunternehmen im Hinterkopf behalten, dass die Wiederherstellung nach einem massiven Angriff all diese Entschuldigungen zunichte macht.

Es gilt zu bedenken, dass der Einsatz von Windows XP ohne Support, jeden Zero-Day-Angriff zu einem nicht zu lösenden Problem werden lässt. Auch das temporäre Managen von Risiken kann keine Lösung sein.

Informieren Sie sich über Details und Handlungsempfehlungen zu dem „Leben nach Windows XP“.

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