Zu verkaufen: Kartenlesegeräte

Originalartikel von Maxim Goncharov (Advanced Threats Researcher bei Trend Micro)

Wer möchte den Komfort missen – anstatt sich aufwändig Bargeld zu besorgen, lässt sich so schön mit einer EC- und Kreditkarte einkaufen, und das nicht nur zu Hause, sondern praktisch überall auf der Welt. Allerdings wird die Freude über diesen Komfort in letzter Zeit durch Nachrichten über Attrappen an den Geldautomaten von Banken getrübt, mit deren Hilfe Kriminelle die persönlichen Daten der Kartenbesitzer inklusive PIN-Nummern stehlen und mit nachgemachten Karten dann Geldbeträge von den Konten der Betrogenen abheben und einkaufen.

In einem Untergrund-Forum hat ein gewisser „Nikkon“ für nur 1000 Euro (plus 200 Euro für das Einrichten) ein gefälschtes mobiles Kartenlesegerät mit Flash Memory zum Verkauf angeboten, das einem echten zum Verwechseln ähnlich sieht. Wird die EC- oder Kreditkarte in das Gerät eingeführt, werden die darauf enthaltenen Informationen ausgelesen und im Flash-Speicher des Geräts abgelegt. Die beabsichtigte finanzielle Transaktion wird natürlich nicht ausgeführt; stattdessen druckt das Gerät eine gefälschte Fehlermeldung aus, dass die Transaktion abgebrochen werden musste. Die Daten, einschließlich derer für die persönliche Identifikation und PIN, sind dann auf dem Magnetstreifen gespeichert und in den Flash-Speicher geladen worden. Die Beute teilen sich die Betrüger vor Ort und die kriminellen Hersteller des gefälschten Scanners, die 40 Prozent der gestohlenen Geldbeträge abkassieren.

Gerade in der anbrechenden Urlaubszeit stellt diese neue Methode eine ernst zu nehmende Gefahr dar, wenn im Restaurant, in Geschäften oder im Café am Urlaubsort mit EC- oder Kreditkarte bequem gezahlt werden will.

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