Unternehmenssicherheit in Gefahr durch das neue flexible Arbeiten

von Trend Micro

COVID-19 hat die Welt in den letzten Monaten auf verschiedene Weise verändert, am deutlichsten jedoch ist der schnelle Wechsel zu Remote Working infolge der durch Regierungen verhängten Lockdown-Maßnahmen zu beobachten gewesen. Trend Micro hat im Rahmen einer Umfrage die Gewohnheiten von Arbeitnehmern im Homeoffice während der Pandemie untersucht. Offiziellen Zahlen des Bitkom zufolge arbeitete infolge der Corona-Pandemie jeder zweite Berufstätige (49%) ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice. Obwohl dies zur Unterstützung der Produktivität unter außergewöhnlichen Umständen unerlässlich war, droht es auch, Organisationen neuen Cybersicherheitsrisiken auszusetzen.

Das Problem mit dem Smart Home

Für den Bericht „Head in the Clouds“ wurden mehr als 13.000 Remote-Mitarbeiter in 27 Ländern weltweit (davon 504 in Deutschland) befragt. Obwohl viele vorgeben, Cybersicherheit heute ernster zu nehmen, ist die Wahrheit etwas anders geartet. Eines der Hauptrisiken, laut Studienergebnissen, entsteht durch Smart Home-Systeme.

Smart Home-Geräte sind heutzutage allgegenwärtig – von Smart TVs und Home Sicherheitssysteme bis zu vernetzten Lautsprechern und Wasserkochern. Sie sind darauf zugeschnitten, den Alltag einfacher, sicherer und produktiver zu gestalten. Doch hat eine Studie der Postbank 2019 gezeigt, dass nahezu jeder Dritte deutsche Haushalt einen digitalen Sprachassistenten nutzt.

Diese Gadgets weisen bekanntermaßen Schwachstellen auf, wie z.B. Firmware-Fehler und werkseitig voreingestellte Logins, die leicht zu knacken sind. Bot-Angriffe wie Mirai und seine Nachfolger haben diese Schwächen sehr erfolgreich ausgenutzt, insbesondere bei Produkten weniger bekannter Marken.

Doch über das bloße Kompromittieren und Einbinden eines anfälligen Geräts in ein Botnet hinaus gibt es potenziell noch ausgefeiltere Möglichkeiten für funktionierende Angriffe. Die Studienautoren fanden heraus, dass mehr als die Hälfte 62% der Remote-Mitarbeiter in Deutschland IoT-Geräte besitzen, die mit dem Home-Netzwerk verbunden sind, wobei 7% weniger bekannte Marken einsetzen. Diese Geräte könnten theoretisch gekapert werden, um einem Angreifer Zugang zu einem Heimnetzwerk zu verschaffen. Und dann ist es nur ein kurzer Weg bis ins Firmennetzwerk, über Laptops oder PCs, die ebenfalls miteinander vernetzt sein können.

Unternehmen unter Beschuss

Ein Angriff auf ein Unternehmen stellt für die Akteure nicht unbedingt eine einfache Aufgabe dar, doch wird sie erleichtert, wenn Laptops und andere Geräte mit Unternehmenszugriff schlecht gesichert sind. Zwei Fünftel (45%) der deutschen Studienteilnehmer erklärten, dass sie von persönlichen Geräten aus auf Unternehmensdaten zugreifen. Diese Geräte sind häufig weniger gut geschützt als die im Unternehmen: So erklärten 52% der Remote-Mitarbeiter kein aktives Passwort für ihr Geräte zu nutzen.

Des Weiteren greifen 65% der Remote-Mitarbeiter von ihrem Arbeits-Laptop auf das Heimnetzwerk zu. Diese sollten zwar sicherer sein, aber es gibt keine Garantie dafür, vor allem, wenn Manager sie schnell ausgeben, ohne dass die IT-Abteilung Zeit hat zu prüfen, ob AV vorinstalliert ist. Nicht alle IT-Sicherheitsfunktionen sind in der Lage, solche Geräte aus der Ferne zu verwalten. Eine kürzlich veröffentlichte Studie liefert beunruhigende Zahlen: 93% der Unternehmen weltweit haben derzeit Sicherheitsaufgaben verschoben, so etwa Patching während der Pandemie.

All dies geschieht zu einer Zeit, in der Cyberkriminelle es auf abgelenkte Remote-Mitarbeiter als potenziell schwaches Glied in der Cybersicherheitskette von Unternehmen abgesehen haben. Im Mai sah sich das National Cyber Security Centre (NCSC) gezwungen, ein Adisvory nicht nur bezüglich Phishing-Angriffen unter dem COVID-Thema, sondern auch für Angriffe auf Remote-Access-Infrastrukturen herauszugeben.

Was nun?

So vorhersehbar es auch klingt, die Antwort liegt in dem bewährten Trio aus Menschen, Verfahren und Technologie. Als erstes geht es um die Menschen, die ein verbessertes Awareness-Training erhalten müssen. Dieses sollte auf verschiedene Persönlichkeitstypen zugeschnitten sein, um die Wirksamkeit zu maximieren.

Als Nächstes sollten sich Unternehmen auf die Neugestaltung und Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien und -prozessen konzentrieren, um der neuen Realität der Heimarbeit Rechnung zu tragen und sicherzustellen, dass die Mitarbeiter sich an die Vorschriften halten. Sie müssen die Bedrohung, die von intelligenten Heimnetzwerken und persönlichen Geräten ausgeht, kennen und wissen, wie sie diese mindern können, z.B. durch Isolierung von IoT-Geräten in Gastnetzwerken.

Schließlich sollten Organisationen sicherstellen, dass alle Endpunkte und Heimnetzwerke der Mitarbeiter angemessen geschützt sind. Cloud-basierte Tools können einen Großteil der Arbeit leisten, um Kosten zu minimieren und den Verwaltungsaufwand für überlastete IT-Teams zu verringern.

 

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